Das Leitbild des Franziskanergymnasiums Bozen

Das Franziskanergymnasium in Bozen ist eine Schule, die seit mehr als 200 Jahren von der Ordensprovinz der Franziskaner getragen wird. Es ist eine Schule ohne Gewinnabsicht und dient allein der religiösen, charakterlichen und wissenschaftlichen Formung der Jugend unseres Landes. Die Orientierung an den Idealen des hl. Franziskus begleitet die Arbeit und das Zusammenleben an dieser Schule. Von ihrem Ursprung her ist unsere Schule mehr als ein bloßer Dienstleistungsbetrieb: Sie ist eine Schulgemeinschaft, an deren Gelingen die Schüler, Lehrkräfte und Eltern mitwirken

Die Schulgemeinschaft ist nach unserer Auffassung nicht auf die Schuljahre beschränkt. Sie geht über die Zeit des Schulbesuchs hinaus. Viele ehemalige Schüler bezeugen, dass die Erfahrung von Freundschaft, Solidarität und geistiger Verbundenheit, wie sie in der Schulzeit grundgelegt wurde, in das Leben hinein fruchtbar bleibt. Die Schule pflegt darum – auch mittels neuer Kommunikationstechnologien – die Verbindung zu ihren Absolventen und fördert Begegnung und Austausch unter ihnen. Umgekehrt erhofft sich die Schule auch Interesse und Förderung von Seiten ihrer ehemaligen Schüler. Der konkreten Verwirklichung dieser Ziele dient der Gymnasialverein.

Die Leitsätze

1. Eine christliche Schule
Als kirchliche Schule nimmt das Franziskanergymnasium das in der Erklärung der Menschenrechte verankerte Recht auf religiöse Erziehung wahr und bemüht sich, den jungen Menschen die Grundformen des christlichen Glaubens zu erschließen. Die Schule achtet die persönliche Lebensorientierung aller, die hier lehren und lernen. Sie erwartet sich aber die grundsätzliche Bereitschaft aller Beteiligten, nach dem eigenen Gewissen und im Rahmen der individuellen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele der Schule beizutragen.

2. Eine leistungsorientierte Schule

Das Franziskanergymnasium sieht sich als leistungsorientierte Bildungsinstitution, die Leistung von Schülern und Lehrenden als Grundlage zur Erreichung des Bildungsauftrages wertet. Die Schule bemüht sich um eine Arbeitsatmosphäre, in der die Leistung von Schülern und Lehrenden gefördert und anerkannt wird.

3. Soziale Verantwortung
Zugleich kommt es ihr darauf an, in den Schülern den Sinn für ihre individuelle und soziale Verantwortung zu wecken und den Wert des öffentlichen Engagements zu erfassen. Auf diese Weise will die Schule ihren Beitrag dazu leisten, die soziale Sensibilität in unserem Land wach zu halten.

4. Humanistische Bildung
Die Begegnung mit der großen Überlieferung der europäischen Kultur und ihrem Ursprung in der Antike hilft den jungen Menschen, das Leben zu verstehen und Krisen zu bewältigen. Die zentrale Idee der humanistischen Bildung wird durch einen erweiterten Fächerkanon ergänzt, der den aktuellen Erfordernissen eines modernen Bildungswesens entspricht. Die breite Allgemeinbildung sichert den Abgängern eine gute Basis für ein erfolgreiches Studium und für einen erfolgreichen Einstieg in die Arbeitswelt.

5. Selbständiges Lernen und sicheres Auftreten
Das Franziskanergymnasium legt in seiner Erziehungsarbeit Wert darauf, dass die Schüler fähig werden, selbständig zu lernen. Das verlangt vom einzelnen den immer schwierigen Sieg über Ablenkung und Fluchtgedanken. Wer jedoch gelernt hat, sich selbst zu steuern, gewinnt echtes Selbstvertrauen, kann seine Begabung leichter entfalten und eventuelle Ängste vor neuen Herausforderungen leichter überwinden.

6. Erziehung heißt auch Grenzen setzen
Zur Erziehung gehört auch, Grenzen zu setzen. Das Franziskanergymnasium steht zu diesem Aspekt des Bildungsauftrages, auch wenn er unbequem ist. Grenzen zu setzen trägt dazu bei, Identität zu finden. Sie ist auch eine wichtige Einübung in die Welt von Beruf und Karriere.

7. Konflikte bestehen
Es gehört zum Schulalltag, dass es zu Interessensgegensätzen und Konflikten kommt. Das gibt Anlass, Standpunkte deutlicher zu machen und Motive zu erläutern. Eltern, Lehrer und Schüler bemühen sich deshalb um eine von Höflichkeit und Respekt getragene Konflikt-Kommunikation. Damit jedoch die Schule ihre Aufgabe erfüllen kann, ist das Grundvertrauen der Eltern in die Erziehungsarbeit der Schule unerlässlich.