Geschichte zum Leben erweckt

Donnerstag, 14. März 2019


Im Bild v.l.n.r: Reinhold Marsoner, Siegfried Brugger, Joseph Komlòssy, Christoph Pan, Wolfgang Malsiner, Alexander Gasser

Am 16.03.2019 besuchte auf Einladung des Gymnasialvereins Josepf Komlòssy das Franziskanergymnasium.

Komlòssy, Jahrgang 1935, wuchs in Ungarn auf, ehe er nach den Wirren des Aufstandes das Land verlassen musste und in Kanada studierte. Nach jahrzehntelanger Tätigkeit in der Schweiz kehrte er nach Ungarn zurück und stellte sein Wissen in den Dienst der ungarischen Delegation in Straßburg, wo er als Berater tätig war.

Dank seines reichhaltigen und vielfältigen Erfahrungsschatzes gelang es dem Referenten schnell, die Zuhörer im vollbesetzten Caius-d´Andrea-Saal in seinen Bann zu ziehen. Leidenschaftlich und anschaulich berichtete er von den Geschehnissen  während des Ungarnaufstandes 1956, schilderte anschaulich politisches Kalkül und Vorgehen der herrschenden politischen Klasse hinter dem Eisernen Vorhang, verwies auf Werte und akzuellen Wertestreitigkeiten, zu denen er nach dem Ende seines Vortrages im Zuge der anschließenden Diskussion Stellung bezog. Inhaltlicher Leitfaden seiner Ausführungen, die einen weiten Bogen von Johannes Capestrano zu Viktor Orban spannten, war der Aufruf, sich immer und jederzeit für das Wohlergehen der Gemeinschaft, der man angehöre, nach Kräften einzusetzen. "Man kann viel für seine Heimat tun, aber man kann nie genug für seine Heimat tun!" - nach diesem abschließenden Statement erntete Komlòssy vom aufmerksamen Publikum verdientermaßen lang anhaltenden Applaus für eine gelebte und erlebnisreiche Lektion in Sachen Geschichte.